Sehr geehrte Leser meiner Geschichten. Ich bin stolz, dass ich diese Geschichten teilweise selbst geschrieben habe. Sollten sich jedoch irgendwelche Fehler eingeschlichen haben, so bitte ich dies zu entschuldigen.

 

 Mein Herrchen und Sklave ist nur für die Veröffentlichung zuständig!

 

 

Der Tag der Verliebten

 

H

eute muss ein ganz bedeutender Tag im Kalender der Zweibeiner sein, denn die ganze zweibeinige Welt spielt scheinbar verrückt. Blumensträuße in allen Farben, Duftfläschchen mit verschiedenen Gerüchen, Schokolade in allen Formen und kleine glitzernde und funkelnde Gegenstände in verschiedenen Größen werden untereinander verschenkt. Viele dieser glitzernden und funkelnden Gegenstände habe ich noch vor ein paar Tagen in einem Vogelnest, nach meinem Vollmauligen drei Sterne Menü einer diebischen Elster gefunden.

 

Hätte ich gewusst, dass ich damit Freude und Liebe spenden kann, hätte ich sie meinem Herrchen und Diener oder seiner Liebsten geschenkt. Einfach so, als Geste der Dankbarkeit! Dafür, dass man mich futtert und pflegt!

Interessant ist für mich, dass all diese Dinge unter einer endlosen Umarmung, vieler heißer Küsse und mit großem Händeschütteln an das Weibchen oder dem Männchen gebracht werden.

Merkwürdig auch die Musik, die aus dem Radio oder dem Abspielgerät dudelt. Immerzu wird die grenzenlose Liebe in hohen Tönen besungen. Eine Liebe, die nicht enden mag.

Was ist das nur für ein Tag? Warum sind die Zweibeiner plötzlich so lieb und freundlich zueinander? Warum gerade heute und nicht zur besinnlichen 

Weihnachtszeit? Eben dann, wenn es doch viel größere Geschenke gibt?

Meine Augen sehen schier furchtbare nicht zu verstehende Dinge! Männchen beginnen plötzlich Mittagessen zu kochen, Kuchen zu backen, die Wäsche zu waschen oder zu bügeln. Es gibt Männchen, die sich plötzlich um ihre Kinder kümmern. Männchen, die sich vor den Weibchen regelrecht verbiegen, um ihnen zu gefallen.

Meine Augen sehen Weibchen die faul herumlungern und Getränke trinken, die sie lustig machen. Weibchen, die sonst immer die Dienerinn

en der Männchen sind, werden heute zu Herrinnen und lassen sich bedienen.

 

Ich werde langsam eifersüchtig, denn eigentlich bin ich zu Hause der Chef, den man verwöhnt nach allen Regeln der Kunst.

Bis jetzt hat mein Herrchen und Diener, mich heute noch keines Blickes gewürdigt, denn seine Augen und Gedanken scheinen nur bei seiner Liebsten zu sein. Er scheint in einer anderen fernen Welt zu leben, wo seine Gedanken gefangen sind.

Ich bin richtig traurig darüber, denn ich komme mir richtig abgeschoben vor, denn ich der Kater Kasimir bin so etwas nicht gewöhnt, da ich eigentlich stets

und ständig das Hauptgeschöpf bin.

Als habe mein Herrchen meine be

 

sorgniserregenden Gedanken erraten, näherte er sich mir, krault liebevoll mein Winterfell und sagt: „Heute ist der Valentinstag. Das ist der Tag der Verliebten!“

Verstehe einer die Zweibeiner untereinander, denn warum muss es solch einen Tag eigentlich geben? Kann man nicht jeden Tag Liebe schenken? Kann man nicht täglich Menschen freudig überraschen und deren Herz erwärmen?

Gott sei es gedankt, dass ich eine Katze bin und mir darüber keinerlei Gedanken machen muss, denn bei mir ist täglich Valentinstag, da ich immer geliebt werde.

 

Copyright by Steffen Fuchs 2015 

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